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Stuttgart im Schwabenländle

Dessert 1

„Offene Tür“ Holzhausen am 18.04.2018

Zu einem gemütlichen schwäbischen Nachmittag trafen sich die Besucherinnen der „Offenen Tür“ am 18.04.2018 im Gemeindehaus in Holzhausen.

Am reichhaltigen Buffet konnten wir schwäbische Spezialitäten probieren. Maultaschensuppe, Spätzlesalat, Apfel- und Pflaumenkuchen nach altschwäbischen Rezepten und als Desserts Schwarzwälder Kirschjoghurt sowie Stuttgarter Himbeercreme. Nachdem wir ausgiebig alle Gerichte gekostet hatten, erfuhren wir, wie Spätzle gemacht werden, natürlich auf schwäbisch.

Danach folgte ein Vortrag über die Geschichte der Stadt Stuttgart mit vielen Bildern. Wissen sie woher der Name Stuttgart kommt? Der Name resultiert aus dem Begriff „Stutengarten“ einem Reitergestüt im 10. Jh. Da Stuttgart in einem nach drei Seiten abgeschlossenen Talkessel liegt, erachtete man diese Gegebenheit für ideal zur Pferdezucht. Die Tiere konnten in einem eng begrenzten Gebiet gehalten werden. Durch die umliegenden Hügel war das Gelände leicht zu überwachen, wodurch es Dieben schwer gemacht wurde die wertvollen Pferde zu stehlen. Anfang des 13. Jh. kam es zur Stadtgründung durch den Markgrafen von Baden. Er errichtete hier eine Wasserburg.

Verschiedene Bilder zeigten uns das Stammwappen der Württemberger um 1340 und 1786 sowie verschiedener Herzöge und Könige. Wir erfuhren, dass Carl Alexander von Württemberg der erste katholische Herzog war. Friedrich I. 1806 die Königswürde annahm und sein Königreich durch weitere Gebiete vergrößerte. Der letzte König war Wilhelm II., der 1918 nach dem 1. Weltkrieg abdankte, da die Monarchie aufgelöst wurde. Die Tochter des ersten Königs Friedrich war Katharina von Württemberg. Um den Bund mit Napoleon zu festigen, heiratete sie den Bruder Napoleons, Jerome Bonaparte, der seit 1807 König des eigens für ihn geschaffenen Königreiches Westphalen war. Kassel wurde als Hauptstadt bestimmt. Das Herrscherpaar residierte im Schloss Bellevue und Schloss Wilhelmshöhe – damals „Napoleonshöhe“ genannt. Von den Bürgern wurde Jerome Bonaparte als König Lustig bezeichnet, da sich seine deutschen Sprachkenntnisse in den Sätzen „Morgen wieder lustig“ und „lustik, lustik, demain encore lustik“ erschöpft haben soll.

Herausragende Sehenswürdigkeiten in Stuttgart sind das Alte Schloss. Als Wasserburg erbaut, erweitert um Reittreppe, Arkadenhof und Schlosskirche. Die Stiftskirche (im 10. oder 11. Jh. erbaut) wurde Anfang des 14. Jh. zur Grablege der Württemberger. Das setzte einen größeren Umbau voraus. Als das Geld ausging, die Fertigstellung zu scheitern drohte, gewährte Papst Pius II. im Jahre 1463 allen Gläubigen, die zwölf Tage an dem Bau arbeiten oder Arbeiter finanzieren, einen Ablass der im Jenseits drohenden Strafen. Herzog Carl Eugen ließ mitten in der Stadt die letzte große barocke Residenzschlossanlage Deutschlands erbauen. Er wollte es zu einem zweiten Versailles machen. Bis um die Mitte des 19. Jh. residierten die Württemberger im Neuen Schloss. Der bekannteste Platz in Stuttgart ist der Schillerplatz mit dem Schillerdenkmal. Als prächtiges Schloss wurde das Residenzschloss Ludwigsburg errichtet. Ludwigsburg galt als einer der prächtigsten Höfe und umfasste 452 Räume, 2 Kirchen, 1 Theater und einen großen Innenhof. In den ausgedehnten Schlossgärten finden sich künstliche Wasserfälle und Felsengrotten. Von allen Gebäuden sahen wir beeindruckende Bilder.

1882 erwirbt Gottlieb Daimler eine Villa in Bad Cannstatt und entwickelt zusammen mit Wilhelm Maybach den ersten schnelllaufenden Motor. 1886 bauten Daimler und Maybach den zweiten Versuchsmotor in eine Kutsche ein. Im Mercedes-Benz-Museum kann man chronologisch die Geschichte der Marke von der Erfindung des Automobils bis heute nachvollziehen. Ein weiteres Automuseum, das Porsche-Museum befindet sich in Stuttgart-Zuffenhausen. Auf rd. 5.600 qm sind 80 Fahrzeuge ausgestellt. Der Cannstatter Wasen ist ein großes Festgelände am Ufer des Neckars. Im Jahre 2018 feiert er sein 200jähiges Bestehen.

Nicht vergessen darf man die Wilhelma. Die Wilhelma ist ein zoologisch-botanischer Garten. Auf etwa 30 ha. sieht man rd. 11.500 Tiere aus aller Welt. Der botanische Garten präsentiert 6000 Pflanzenarten aus allen Klimazonen. Der Garten ist in eine zwischen 1846/66 erbaute Schlossanlage eingebettet. Besonders schön sind der Maurische Garten, das Maurische Landhaus, der Festsaal mit Wandelgang, das Theater sowie die verschiedenen Gewächshäuser und die Azaleen- und Magnoliensammlung. Die ältesten Pflanzen sind 160 Jahre alt und stammen noch aus der Zeit der Wilhelma als königlicher Lustgarten.

Zum Abschluss des Nachmittags verabschiedeten wir unseren Pfarrer Berthold Kraft. Es war die letzte „Offene Tür“ in Holzhausen, bevor er am 22.04. in einem Gottesdienst aus unserem Kirchspiel verabschiedet wird. Ab 01.06.2018 wird er seine neue Pfarrstelle in Reinhardshagen antreten. Wir bedankten uns herzlich für die schönen gemeinsam erlebten Stunden und überreichten Pfarrer Kraft eine „Kiste mit vielen guten Wünschen“ für seinen Neubeginn in Reinhardshagen. Der ganzen Familie Kraft wünschen wir ein gutes Ankommen und Aufgenommen werden in den neuen Gemeinden!

Es war ein erlebnisreicher Nachmittag. „Adee ond gsond!“

Doris Freudenthaler

Fotos: Christel Knauf