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„Karneval in Venedig“

Karneval

„Offene Tür“ vom 20.2.2019

Nicht nur in Mainz oder Köln ist Karneval, auch die „Offene Tür“ Holzhausen lud zu einem närrischen Karnevalsnachmittag ein.

In der Lesung und dem gemeinsam gesungenen Lied mit Pfarrer Brandt ging es um die Frage nach der Steuer (der Zinsgroschen), wie in Matthäus 22, 15-22 beschrieben. Vorher hörten wir noch den Psalm 139 in einer etwas anderen Form.

Zu Kaffee und Tee gab es ganz lecker schmeckende gefüllte „Kreppeln“, Quarkbällchen und Mohrenköpfe .Vielen Dank an die lieben Spenderinnen.

Wie schon an der Masken-Dekoration zu sehen war, feierten wir Karneval in Venedig. Mit Original-Kostümen und Masken bekleidete Damen hatten sich bei uns eingefunden und erzählten über den venezianischen Karneval.

Zu Zeiten der Serenissima (Republik Venedig) war der Donnerstag vor Aschermittwoch nicht nur der eigentliche Beginn der Fastnacht. An diesem Tage wurde vor allem der Sieg des Dogen Vitale Michiel II. über den Patriarchen von Aquileia im Jahre 1162 gefeiert. Traditionell nahm der Doge selbst an den Feierlichkeiten teil, zusammen mit dem Senat und den Botschaftern. Auf der Piazetta wurden Feuerwerke abgebrannt und Gruppen von Jugendlichen tanzten. Besonderen Anklang fand das Marionettentheater, das immer neue Abenteuer der traditionellen Masken inszenierte. Es gab Lotterien, Astrologen weissagten, Zähne wurden gezogen und Quacksalber verkauften ihre Heilmittel. In den Ecken des Platzes traten Akrobaten und Seiltänzer auf. Das Fest erreichte seinen Höhepunkt mit dem erstmals 1584 aufgeführten sogenannten „Engelsflug“. Ein Akrobat kletterte über ein in der Bucht vor dem Markusplatz an einem Floß verankertes doppeltes Seil bis zu Spitze des Campanile und warf von dort aus Blumen in die Menge.Dann balancierte er zur Tribüne des Dogenpalastes hinunter. Rauschende Kostümfeste fanden in den prächtigsten Bauten Venedigs statt und auf den Gassen wurden die schönsten Masken präsentiert. Am Abend des Fastnachtdienstag wurde eine riesige maskierte Puppe verbrannt, während die Menge rief:“ Es ist vorbei, es ist vorbei. Der Karneval ist vorbei!“ Dazu läuteten die Fastenglocken. Zu Lebzeiten Giacomo Casanovas erreichte der Karneval seine größte Pracht, zugleich wurden die Sitten immer lockerer. Die Blütezeit des Karnevals endete, als 1797 die Markusrepublik durch Napoleon Bonaparte ihre Selbständigkeit verlor. Eine Wiederbelebung des venezianischen Karnevals löste erst Federico Fellinis Film „Casanova“ im Jahre 1978 aus. Seitdem ist der Karneval in Venedig zur Touristenattraktion geworden.

Nachdem wir so viel Neues über den Karneval erfahren hatten, wurden verschiedene Spiele veranstaltet. „Wer fängt zuerst 20 Schneeflocken ein?“, „die Buchstabenkette“ und das Mitmachmärchen „Der grimmige König und seine 3 Töchter.“ Die Zuschauer waren begeistert. Im Sketch „Der Nächste bitte“ lässt ein Arzt seinen Patienten nicht zu Worte kommen. Das Publikum hat sich sehr darüber amüsiert. Fazit: Es war ein lustiger Nachmittag und hat allen Anwesenden viel Spaß bereitet.

Doris Freudenthaler

Fotos: Edeltraud Schäfer