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Besuch im Glasmuseum Immenhausen

Am 06.11.2013 besichtigte die „Offene Tür“ Holzhausen das Glasmuseum in Immenhausen. Das Museum wurde 1987 im umgebauten Generatorgebäude der ehemaligen Glashütte Süßmuth eröffnet. Von der Museumsleiterin Frau Ruhlig-Lühnen erhielten wir einen lebendigen Einblick in die Geschichte der Glasherstellung vom Anfang vor fast 6000 Jahren bis zu den Waldglashütten des 16. Jahrhunderts im nordhessisch-niedersächsischen Raum.

Im Jahre 1898 verlegten die Herren von Buttlar ihren Betrieb von Ziegenhagen nach Immenhausen, weil hier ein Eisenbahnanschluss vorhanden war. 1907 übernahm Hermann Lambrecht das in Konkurs gegangene Unternehmen. Es wurden Arznei-Tropfflaschen und Einkochgläser hergestellt sowie einfache Schüsseln und Teller für den Haushalt. Durch den 1. Weltkrieg, die Inflation und die Weltwirtschaftskrise kam das Unternehmen in große finanzielle Schwierigkeiten und musste geschlossen werden.

Richard Süßmuth, der Namensgeber der letzten Glashütte in Immenhausen, gründete in Penzig/Schlesien eine Werkstatt für Glasveredelung. Hier schuf er farblose, formschöne Gläser mit ganz neuem Schliff. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm Süßmuth die kriegszerstörte Produktionsstätte in Immenhausen. Ab 1948 entstand in der Hütte nach seinen Entwürfen anspruchsvolles Kunst- und Gebrauchsglas. 1970 übergab Richard Süßmuth sein Unternehmen an die Belegschaft, die in Eigenregie versuchte einen drohenden Konkurs abzuwehren. Seit dieser Zeit arbeiteten bekannte Designer für das Werk. Zahlreiche betriebliche Umstrukturierungen konnten den Konkurs aber nur verzögern. 1996 wurde der letzte Ofen stillgelegt.

Innerhalb einer ständigen Ausstellung wird die Geschichte des Gebrauchsglases vom Jugendstil bis zur Gegenwart gezeigt. Wie sich das Glasdesign von 1890 bis heute verändert hat, zeigen die ausgestellten Kelchgläser, Vasen Schalen und das Dekorations- und Haushaltsglas.

Der modernen Studioglaskunst ist eine eigene Abteilung gewidmet. Das Museum besitzt eine umfangreiche Sammlung solcher Kunstobjekte von bekannten Glaskünstlern aus dem In- und Ausland. Hinzu kommen noch wechselnde Sonderausstellungen. Im Moment kann man Objekte aus der Glas – Heimat – Niederbayern bewundern.

Nach einem kurzen Film über die Arbeit der Glasbläser verließen wir das Museum und fuhren zurück nach Holzhausen zum “Café Melange“, wo wir bei leckerer Torte, Kaffee und Tee den Nachmittag fröhlich ausklingen ließen.

Doris Freudenthaler

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